Freitag, den 22. Mai 2026, Uhrzeit: Einlass um 18.00 Uhr, Beginn um 18.30 Uhr
Ort: Konzertsaal, Aufgang A, im Kulturhaus Karlshorst, Treskowallee 112, 10318 Berlin
Service: Freie Getränke
Eintritt - frei
Im Rahmen der Deutsch-Armenischen Kulturtage 2026 in Berlin ist ein Kinderprogramm geplant, das mit einem wissenschaftlichen Vortrag kombiniert wird.
Dr. Vazrik Bazil, deutscher Autor, Publizist, Dozent und Redenschreiber, wird einen Vortrag unter dem Titel „Wenn das Wort spricht und das Schweigen antwortet“ halten.
Der Vortrag enthält auch drei performative Aufführungen: 1. Die Kraft des Wortes (Genesis 1, 3-4a), 2. Im Wort gehorsam (Genesis 22, 1-19), 3. Wort ohne Eco (Das Buch Hiob 30, 1-31). Zwischen den einzelnen Vortragsrubriken werden die Schülerinnen und Schüler der Armenischen Sonntagsschule Berlin beim AEAE e. V. themenbezogene Inszenierungen mit Tanz, Gesang und Bühnendarbietungen aufführen.
Zum Thema „Wenn das Wort spricht und das Schweigen antwortet“:
Die Vertrautheit zwischen Mensch und Gott entfaltet sich im lebendigen Spannungsfeld von Wort und Schweigen. Zwischen beiden vollzieht sich ein unaufhörlicher Dialog, der das Schweigen nicht als Gegensatz, sondern als integralen Bestandteil des Wortes begreift. Im Armenischen heißt das „Wort“ „Ban“ und trägt eine erstaunliche Bedeutungsfülle – es steht nicht bloß für das einzelne „Wort“, sondern ebenso für „Sinn“ und „Ding“ und als Zeitwort bezeichnet „Tun“ oder „Verwenden“. Hinzu kommt, dass „Ban“ in seinem theologischen Gewicht die zweite Person der Trinität, Christus, benennt, wie es im Prolog des Johannesevangeliums heißt.
Doch wie gestaltet sich diese Vertrautheit im Geschehen des Sagens und Schweigens? Grigor Narekatsi, Mönch, Dichter und Musiker des 11. Jahrhunderts, entfaltet in seinem Hauptwerk, dem „Buch der Klagelieder“, die Vielfalt dieser Zwiesprache. Darüber hinaus rückt er die „Schrift“ in den Fokus: Er setzt sie mit dem „Körper“ gleich und unterscheidet sie vom Wort als „Seele“.
Der Vortrag bewegt sich im schöpferischen Dreieck von Wort, Schweigen und Schrift. Er knüpft an uralte christliche Metaphern an, die sowohl in der Heiligen Schrift als auch im „Buch der Klagelieder“ vorkommen.
Ein ausergewöhnlich interessanter Nachmittag wartet auf unsere Gäste mit Vortrag, Theateraufführungen und Matinée.