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KUNSTAUSSTELLUNG: „Narine Zolyan-Archi Galentz. Prophezeihungen“.

03-03-2026
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Samstag, 2. Mai 2026 bis Sonntag, 31. Mai 2026
(Vernissage um 17.00 Uhr und Finissage um 15.00Uhr)
Ort: Galerie im Kulturhaus Karlshorst, Treskowallee 112, 10318 Berlin

Musikalische Umrahmung
Service: Freie Getränke
Eintritt- frei

 

Ausstellungsidee:

Glücklicherweise leitet die deutsche Sprache das Wort Kunst vom Verb künden ab. Damit ist das Hauptmerkmal künstlerischer Tätigkeit nicht nur im Können, sondern auch im Ansprechen und Mitteilen manifestiert. Die Ausstellung „Narine Zolyan — Archi Galentz. Prophezeihungen” lädt die Zuschauer:innen ein, zahlreiche gesellschaftliche Umbrüche wie den Verfall des Landes, Krieg und Vertreibung, aufflammenden Nationalismus und den Verlust identitätsstiftender Orientierungspunkte zu begleiten. Die Künstler:innen stellen sich die Frage nach der Quelle weiteren Zuversichts und nach Anlehnungspunkten und Ansprechpartner:innen für das weitere Dasein. Es werden zahlreiche Werke ausgestellt, die international präsentiert und beachtet wurden, aber auch persönliche Werke, die nur den Vertrauten zugänglich waren.

 

Die Doppelausstellung von Narine Zolyan, 1957 in Jerewan (damals UdSSR) geboren, und Archi Galentz, 1971 in Moskau (damals UdSSR) geboren, vereint zum ersten Mal Kunstwerke aus vier Jahrzehnten in verschiedenen Techniken in einem Dialog. Zu sehen sind Zeichnungen, Papierarbeiten, Ölbilder, Plastiken und KI-generierte Bildnisse zusammen mit zahlreichen Skizzen, Notizen sowie veröffentlichten Publikationen wie Kataloge und Artikel. Die beiden Künstler:innen sind in Deutschland als Ausstellungskurator:innen und Projektraumbetreiber:innen aktiv. Narine Zolyan lebt seit 2012 in Deutschland und leitet das im selben Jahr gegründete Residenzprogramm „Kunst Asyl“ in Quedlinburg, Sachsen-Anhalt. Archi Galentz wurde 1992 als Gaststudent nach Berlin eingeladen und leitet seit 2008 den Projektraum „InteriorDAsein“ in Berlin.

 

Beide Künstler:innen stammen aus angesehenen armenischen Künstler- und Dichterfamilien. Narine Zolyan studierte von 1976 bis 1981 zunächst in Jerewan, Armenien, und von 1981 bis 1985 anschließend an der Surikov-Kunsthochschule in Moskau. Archi Galentz studierte ab 1989 an der Staatlichen Kunstschule in Jerewan und anschließend von 1992 bis 2000 an der Universität der Künste Berlin. Beim „Forum der künstlerischen Initiativen“ in Moskau lernten sich beide Künstler 2002 kennen und realisierten im gleichen Jahr mit „Kinderängste“ ihr erstes gemeinsames Ausstellungsprojekt.

 

Es folgten zahlreiche gemeinsame Ausstellungsbeteiligungen in Deutschland, beispielsweise 2014 die Ausstellung „Armenien, Armenien! Fünf Annäherungen an eine Wiederentdeckung” im Projektraum Sprechsaal in Berlin sowie 2015 „Armenische Abstraktion”. Subtile Verknüpfungen” im Kulturhaus Karlshorst. Zuletzt nahmen beide Künstler:innen an der Ausstellung „Sichtbar Verflochten – Armenische Kunst im Dialog der Kulturen. Sieben in Deutschland schaffende Künstler:innen stellen aus“ teil. im Atelier Zorik Davidyan in Chemnitz teilgenommen.

 

Als Beispiel für die gelungene und fruchtbare Kooperation der beiden Künstler:innen kann die Ausstellung „Aspekte armenischer Malerei. Von Iwan Ajwazowski bis Narine Zolyan“ im September 2025 in der InteriorDA in Berlin betrachtet werden. Diese Ausstellung fand Beachtung in armenischen Medien von Tschechien bis in die USA und wurde auch in der deutschsprachigen Zeitschrift Deutsch-Armenische Korrespondenz besprochen. Der Artikel ist beigefügt.

 

Zur Ausstellung im Kulturhaus Karlshorst ein achtseitiges Faltblatt im Format A5 mit Informationen zur Ausstellung, kurzen Biografien und Arbeitsbeispielen sowie einem Manifest der Künstler:innen ist geplannt.

 

Zitate von Narine Zolyan für die o.a. Ausstellung:

 

"Erinnerung an die Zukunft.

Armenien in Fakten und Artefakten.

 

Die Ethymologie dieser Worte: Der Genozid hat als Grund das Schlüsselwort "Gen".

 

Der Genozid ist die physikalische und letztendlich, geistige Vernichtung. Die Vernichtung des Codes der Nation, die Quelle der Nation, die Kontinuität und die Zukunft.

 

Das kollektive Bewußtsein des genetischen Codes der Welt ist eine Einheit und Einigkeit. Der Bruch in einem Teil der Kette beeinflußt und wirkt auf alle Organismen in Form von tragischen Kollisionen und Metastasen. Die doppelten Standarten der Politik in allen Zeiten zeigt uns deutlich die Benutzung grausamer Formen, Zwang und Krieg, Genozide, um die Welt zu beherrschen und aufzuteilen.

 

Die Kultur bevorzugt die andere Moral und stellt andere Werte auf. Die Freiheit des Bewußtseins, die Solidarität und den Humanismus. Gerade eben diese Form des Dialogs bietet die Chance auf eine ehrliche Entwicklung für den Menschen in der Zukunft.

 

Narine Zolyan Mai 2015.

 

Das Fehlen eines Basisgesetzes, das die Unverletzlichkeit des Rechts der Nationen auf Selbstbestimmung und Unabhängigkeit garantiert, stellt eine ständige Bedrohung durch Krieg und folglich Völkermord dar. Narine Zolyan. 2025."