Association of the European and Armenian Experts e. V.
(Verband der Europäischen und Armenischen Fachleute e.V.)

 

Veranstaltungen > Die feierliche Eröffnung der Deutsch-Armenischen Kulturtage in Berlin 2018 mit der Kunstausstellung “Brücke”

Am 05. Mai eröffnete der Vorsitzende des AEAE e.V. Herr Mikayel Minasyan in seiner Begrüßung feierlich die Deutsch-Armenischen Kulturtage in Berlin 2018. Damit startete der Verein auch die Kunstausstellung unter dem Titel “Brücke” in der Galerie im Kulturhaus Karlshorst mit der Kuratorin Anahit Mkrtchyan. Die gesamte Veranstaltungsreihe der Kulturtage war der Trägerin des Bundesverdienstkreuzes Alina Pätzold, geborene Martirossjan, gewidmet. Alina Pätzold war damit bekannt, dass sie durch ihre Kultursalons im Osten von Berlin Brücken zwischen verschiedenen Kulturen gebaut und dadurch zum gegenseitigen Verständnis beigetragen hatte. Anwesend waren bei der feierlichen Eröffnung u.a. Prof. Dr. Martin Pätzold, Sohn von Alina Pätzold, Merry Pätzold, Tochter von Alina Pätzold und  der Bezirksbürgermeister in Lichtenberg von Berlin Herr Michael Grunst. Die o.a. Kulturtage fanden unter der Schirmherrschaft des Bezirksbürgermeisters Michael Grunst und des Bundestagsabgeordneten a.D. Herrn Prof. Dr. Martin Pätzold. Die Deutsch-Armenischen Kulturtage in Berlin 2018 wurden durch das Bezirksamt Lichtenberg, Amt für Weiterbildung, Fachbereich Kunst und Kultur, gefördert. Der Bezirksbürgermeister M. Grunst begrüßte die versammelten Gäste und zeigte sinnbildlich seine Begeisterung für die reichhaltige armenische Kunst, die hier im Kulturhaus schon seit drei Jahren ausgestellt wurde. Er versicherte die Veranstalter und Organisatoren, dass er weiterhin diese Initiative fördern wird. Im Anschluss ergriff Prof. Dr. Martin Pätzold das Wort und erinnerte  sich in seiner Ansprache an die Tätigkeit seiner viel zu früh verstorbenen Mutter. Er bedankte sich bei den Organisatoren für die Widmung der Kulturtage an Alina Pätzold und bei den zahlreich versammelten Gäste für die Ehrenerweisung an seine Mutter.

An der Ausstellung „Brücke“ nahmen fünf Künstlerinnen und Künstler aus Armenien und der armenischen Diaspora teil:
Anush Matevosyan: Modedesignerin, Kunstmalerin und Dozentin an der Moskauer Staatsuniversität präsentierte ihre bunte Collage: ,,Tänzerin“, ,,Musiker“, ,,Das Paar in traditioneller Tracht“, ,,Die Engel, die vom armenischen Himmel auf das Land aufpassten“. Traditionelle Elemente vermischten sich mit bunten Neuerungen – wie ihr Heimatland.
Sirarpi Asatryan: Sie war das jüngste Mitglied in der Gruppe. Seit ihrem 11. Lebensjahr lebte sie in Berlin. Sie hatte einen Berufsschulabschluss als Modedesign-Assistentin und hat an der FU Berlin Kunstgeschichte und Ethnologie studiert. Mit seltenem Blick beschäftigte sie sich mit Fotografie. In der Ausstellung präsentierte sie Fotos, die sie in Armenien von märchenhaften Berglandschaften und dem armenischen Alltag gemacht hatte – wundervoll, schön, tief, unglaublich und auch absurd, wie ihr Heimatland auch.
Agasi und Artavazd Talalyan: Zwei Brüder, zwei Künstler, zwei Gesichter, die immer zusammen waren: romantisch, symbolistisch, sich ergänzend, expressionistisch, immer mit einem positiven Blick auf Leben und Zukunft. Sie präsentierten ihre Kunst und die armenische Kultur in verschiedenen Städten weltweit: in Yerevan, Petersburg, Kiew, Peking, Paris, Dubai, Los Angeles … und dieser Tage in Berlin.
Anahit Mkrtchyan mit ihren Ölgemälden: in zarten Farbkombinationen, symbolistisch, vielschichtig, erzählte sie von ihren Erlebnissen, von ihren Gedanken und Gefühlen in verschiedenen Lebensphasen. In ihren Bildern entdeckten wir eine verborgene Brücke zwischen Hieronymus Bosch und unserem Alltag, eine Brücke, geschlagen durch Briefbeziehungen zu Verwandten und Freunden zwischen Berlin und Armenien. Im Bild ,,Aus der Muschel“ zeigte sie eine in der Muschel eingezwängte Menschenmasse, die es schaffte, kämpfend und langsam aus dem Schneckenhaus heraus zu kommen, als ob es sich um eine Geburt handelte. Im Bild ,,Sonne im See“ erzählte die Künstlerin über ein 1100 Jahre altes Kloster (Heilig-Kreuz Kloster), ein architektonisches und künstlerisches Meisterwerk im alten Westarmenien, gelegen nahe der ehemaligen urartäischen Hauptstadt Van-Tuschpa, auf der Insel Achtamar im Vansee.
Ob aus Armenien oder der armenischen Diaspora, alle Künstlerinnen und Künstler sind Teil eines Volkes mit einem kleinen Land und einer großen Kultur. Das Land ist geopolitisch ein Teil Europas, aber geographisch doch fern von Europa.

 

Das biblische Armenien ist ein Museum unter freiem Himmel – mit bezaubernder Natur und beeindruckender Geschichte – das seine geschichtlichen Wunden tragend eine freie und demokratische Zukunft aufbaut.
Die Ausstellung trug den Namen „Brücke-Kamurj“.
In dieser Ausstellung rückten die Grundsätze des im Jahre 1903 gegründeten expressionistischen Künstlervereins „Brücke“ ins Zentrum:
1) Internationalität
2) Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart
3) Brücke zwischen Gegenwart und Zukunft.

Die Schule der deutschen Expressionisten hatte einen großen Einfluss auf die armenische Kunsterziehung ausgeübt.
In Armenien wurde die bekannte Kunstschule „Terlemezyan“ 100 Jahre alt. Gegründet im Jahre 1924 von M. Saryan und P. Terlemezyan – beide bedeutende armenische Expressionisten, beide geflüchtet aus Westarmenien. Saryan studierte in Moskou und Terlemezyan in München. Seit 100 Jahren bildet die Terlemezyan-Schule armenische Künstlerinnen und Künstler aus und ist fester Bestandteil der armenischen Kunsttradition.
Im September 2017 hatte das „Brücke“-Museum in Berlin sein 50. Jubiläum gefeiert.
Und im Oktober hatte sich in Yerevan zum 50. Mal das Jubiläum von Saryan-Museum gejährt. Ein bedeutungsträchtiger Zufall.
Mit dem „Brücke“-Projekt verfolgten die fünf Künstlerinnen und Künstler ein gemeinsames Ziel: Das Interesse an der in Armenien lebenden und arbeitenden Künstlerwelt zu wecken und eine Brücke zwischen armenischen und deutschen Künstlern zu schlagen.
Und wie ein gemeinsames Sprichwort lautet: „Gott sei mit uns ..!“

 

Die Ausstellung umrahmten musikalisch die Pianistin Nelly Schmallenberg und der Tenor Artak Kirakosyan. Die Kulturtage wurden freundlich vom Kulturhaus Karlshorst, Restaurant Yerevan und von der ev. Paul-Gerhardt-Gemeinde in Lichtenberg unterstützt.

 

VIDEOS

Feierliche Ansprachen von Mikaywl Minasyan, AEAE e.V., Michael Grunst, Bezirksbürgermeister Berlin-Lichtenberg und Prof.Dr. Martin Pätzold, MdB a.D. (2013-2017)